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Aus zehn Pfund Rabssamen werden drei Liter Rapsöl gewonnen

Halverde. Die Vorführungen und Ausstellungen auf dem Hof Overmeyer erfreuen sich stets großer Beliebtheit und starkem Interesse.

Im Mittelpunkt steht natürlich die mächtige Doppelmühlenanlage, bestehend aus einer Öl- und einer Kornmühle, gespeist durch die Halverder Aa. Das historische Relikt ist eine der wenigen im Kreis Steinfurt erhaltenen wasserbetriebenen Doppelmühlen, die einst in Westfalen typisch und häufig anzutreffen waren.

Der heutige Eigner Hubert Overmeyer, der die Ölmühle unter Mithilfe eines Mühlenbauers mit Hingabe restaurierte, führt die Anlage im laufenden Betrieb vor. Laut Overmeyer ist das genaue Alter der Mühle ist bis heute unbekannt. Erste Unterlagen zur Doppelmühlenanlage reichen allerdings bis zum Jahr 1720 zurück. Doch die Mechanik der Ölmühle blieb bis heute unverändert erhalten und entspricht dem Stand der Technik zu Mitte des 19. Jahrhunderts.

Draußen erläutert Overmeyer den Gästen wie die Kraft des Wasserrades auf das Mühlwerk übertragen wird. Im Inneren der Ölmühle drehen sich danach die gewaltigen Holzzahnräder. Hubert Overmeyer gibt drei Handschaufeln Rapssamen in den tonnenschweren Koller. „Das sind rund 10 Pfund Samen,“ erläutert Müller Overmeyer den interessierten Zuschauern. „Daraus gewinnen wir etwa drei Liter reines Rapsöl.“

Das Ölschlagen beginnt im Kollergang, einem aus drei Mühlensteinen bestehenden mächtigen Quetschwerk. Als Rohstoffe werden neben Raps auch Rübensamen, Lein- und Mohnsamen, Bucheckern und Sonnenblumenkerne verwendet. Das Auspressen des Öls geschieht nachdem Mühlvorgang in einem größeren hölzernen Block, der Presse oder Öllade, mit Hilfe eines Holzrammwerkzeugs. Während des Rammens fließt das Öl in die darunter stehenden Ölpfannen. Das gewonnene Öl wird gesiebt und anschließend kühl gelagert. Besucher dürfen bei der Vorführung sogar von dem frischen Öl kosten und sind überrascht von dem intensiven Geschmack.

Autor u. Fotos: Manfred Hagemann ©